Cory Arcangel

Clouds and Nipod

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Clouds and Nipod

Clouds and Nipod

Press release

»Retro video games are what computers think about when we’re not around« (Clive Thompson).

 

Wir freuen uns, Ihnen die erste Einzelausstellung des jungen, in Brooklyn lebenden Künstlers Cory Arcangel ankündigen zu dürfen. Arcangel, 1978 in Buffalo (NY) geboren, ist besonders im letzten Jahr durch seine innovativen Performances, Videos und computergenerierten Projektionen in Erscheinung getreten.

 

Selten ist einem Künstler der jüngsten Generation eine solch geballte Aufmerksamkeit von renommierten Kulturinstitutionen zuteil geworden. So wurden im letzten Jahr Werke von Arcangel im Museum of Modern Art New York, in der Londoner Royal Academy of Art, auf der Liverpool Biennial, im Whitney Museum of Art New York und im Guggenheim Museum New York gezeigt. In diesem Jahr widmet ihm das Migros Museum in Zürich eine Einzelausstellung.

 

Die Ästhetik der Arbeiten Cory Arcangels gründet auf der Computertechnologie der 70er und 80er Jahre. So nutzt Arcangel etwa historische Nintendo Entertainment Systems und manipuliert deren Software. In Salzburg zeigen wir seine Projektion »Clouds« und die Arbeit »Nipod«.

 

»Clouds« basiert auf dem berühmten Videospiel Super Mario Bros., in dessen gehackter Version sämtliche Grafik gelöscht wurde und lediglich die ikonischen Wolken beibehalten wurden, die nun in ihrer groben Pixelung vor einem strahlend blauen Hintergrund hin und her schweben. In der Arbeit »Nipod« wird der, mittlerweile zur Ikone erhobene und aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenkende, MP3 Player Ipod der Firma Apple durch ein historisches Entertainment System der Marke Nintendo simuliert. Auch hier wurde der Code eines Videospiels der alten Generation geknackt und zu einem rudimentären Ipod umgewandelt, dessen Silhouette auf einem Monitor erkennbar ist. »Nipod« ist gleichzeitig eine interaktive Installation, da der Betrachter hier die Möglichkeit hat anhand der alten Steuerungskonsole des Nintendo Geräts einzelne Sounds der gespeicherten Musikstücke zu verändern.

 

Auf die Frage, warum Arcangel mit historischer Computertechnologie arbeitet, anwortete er letztes Jahr in einem Interview:

 

»Using a limited amount of computing resources provides a few positives. One is that older computers can be found for a few dollars at thrift stores. Two, is that since they are much simpler than today’s computing machines, they can be programmed on the machine code level wich means that as an artist your code is directly affecting the hardware on the machine. This is important because it means when a pixel appears on the screen, the artist has to put it there, and not some operation systems written by 1000 programmers in Silicon Valley. It means you can really understand the aesthetic of the machine. It is a bit more hands on. Third, is that old machines are never updated, so they never change! A Commodore 64 today will be exactly the same 30 Years from now. You won’t have to download any plugins to run it.«

 

Selten wurde Software und Hardware so unbefangen als rohes künstlerisches Material begriffen wie im Werk von Cory Arcangel. Arcangels Beziehung zu alten Computertechnologien beinhaltet die Ablehnung einer bedingungslosen Teilnahme an der Konsumgesellschaft,  spielt mit dem kollektiven Bilderschatz einer Generation, die erstmals mit Home-Computern aufgewachsen ist und reflektiert in humorvoller Weise die Tradition minimalistischer Kunst und das Erbe des Readymades.