Jason Martin

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Jason Martin

Jason Martin

Press release

››Ich möchte eine Intimität mit der Physikalität dessen ermöglichen, was ein Gemälde eigentlich ausmacht«

 

››Mit Hilfe der Bildoberfläche einen Raum zu schaffen, ist für die Sensibilität eines Bildes von zentraler Bedeutung« (Jason Martin, 1998)

 

Jason Martin, 1970 in Jersey geboren, gehört zu der jüngsten Generation von Künstlern, die von der Galerie Thaddaeus Ropac vertreten werden. Nach seinem Studium in der Chelsea School of Art in London 1989/90 und am Goldsmith College of Art 1990-93 erhielt Jason Martin 1995 ein Stipendium der Sohen Ryu Tea Ceremony Foundation in Kamakura (Japan). Die Präsentation neuer Werke von Jason Martin in Salzburg ist die erste Einzelausstellung dieses Künstlers in einer Galerie auf dem europäischen Kontinent.

 

In der zweiten Hälfte der 90er Jahre war Jason Martin auf institutionaler Ebene sehr präsent: er nahm an den richtungsweisenden Ausstellungen »Real Art. A New Modemism. British Reflexive Painters in the 1990s« in der Southampton City Art Gallery 1995 und »About Vision. New British Painting in the 1990s« im Museum of Modern Art in Oxford teil. Besonders hervorzuheben ist seine Beteiligung an der Ausstellung ››Sensation. Young British Artists from the Saatchi Collection«. ››Sensation«, präsentiert in der Royal Academy London, im Hamburger Bahnhof (Neue Nationalgalerie Berlin) und im Brooklyn Museum of Art New York, prägte Ende der 90er Jahre den heute gebräuchlichen Begriff der Young British Artists. YBA steht seitdem wie ein Markenzeichen für innovative britische Kunst. Die erste kontinentaleuropäische Einzelausstellung von Jason Martin fand 1998 in der Städtischen Galerie Nordhom statt.

 

Jason Martins »seemingly made-in-a-minute works« (Martin Maloney) kreisen um die modernistischen Kategorien des Gestischen und des Monochromen und offenbaren die konsequente Auslotung eines über die Jahre stetig verfeinerten subtilen künstlerischen Duktus: Jason Martin konstruiert für jedes seiner Werke einen speziellen Kamm in den Dimensionen des Malgrundes und erzeugt mit ihm Spuren in der frischen Farbe. Je nach Material des meist skulptural dimensionierten Grundes und der Pastosität der Ölfarbe bzw. des Acrylgels entstehen Oberflächen unterschiedlichen Charakters. Jason Martins Werke zeigen eine hohe strukturelle Vielfalt: sie bewegt sich zwischen dünn-lasierendem Auftrag, der subtil den spiegelnden Metallgrund durchscheinen lässt bis hin zu expressiven, tiefschürfenden Reliefs mit fleischig über die Bildkanten hinausklaffenden Ölfarbrändern.

 

Jason Martins paralleles Interesse für die Kunst von Paul Cézanne (der stets die strukturelle Beschaffenheit des Bildträgers in seine Malerei integrierte) und für die Werke von Jackson Pollock mit seiner Wertschätzung des Prozesshaften, Performativen und Gestischen verwundert in diesem Zusammenhang nicht. In der Strategie, über einen längeren Zeitraum mit ausgeprägtem Sinn für Materialität, Struktur und Farbe monochromatische Bildflächen zu schaffen, läßt sich eine Verwandtschaft mit seinem älteren Malerkollegen Imi Knoebel ausmachen, während im Interesse an eingefrorenen brushstrokes eine formale Affinität zu jungen Künstlen wie zu dem Schweizer Lori Hersberger und zu dem diesjährigen Documenta-Teilnehmer Fabian Marcaccio besteht.

 

Haben bereits in den 60er Jahren Künstler wie Roy Lichtenstein und Sigmar Polke das Pathos des abstrakten Expressionismus ironisiert, so isoliert Jason Martin dessen Elemente und transformiert sie zu autarken skulpturalen Gebilden von starker sinnlicher Präsenz unterschiedlichster psychologischer Aussage.