Antony Gormley

Standing Matter

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Standing Matter

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Press release

››We look for beauty and a certain kind of likeness. My work doesn't give likeness, or beauty in any understood way. lt really presents the body as a condition, not as a given identity.«

Antony Gormley, 1996

 

»lt requires a moment of stillness, of concentration. I am trying to make sculpture from the inside, by using my body as the instrument and the material. The form comes from the concentration«

Antony Gormley, 2000

 

Wir freuen uns, Ihnen ein Projekt ankündigen zu dürfen, in dem einer der führenden Bildhauer Grossbritanniens auf einen der großen Kuratoren unserer Zeit trifft: Norman Rosenthal, Direktor der Londoner Royal Academy of Arts, arrangiert für die Salzburger Galerie Thaddaeus Ropac eine Präsentation der neuesten Skulpturen von Antony Gormley.

 

Gormley, 1950 in London geboren, studierte in den 70er Jahren zunächst Kunstgeschichte, Archäologie und Anthropologie am Trinity College in Cambridge. Nach einer dreijährigen Orientreise ließ er sich an der Londoner Central School of Art, der Goldsmiths School of Art und der Slade School of Fine Art zum Bildhauer ausbilden. 1981 zeigten die Londoner Whitechapel Art Gallery und die Serpentine Gallery die beiden ersten Einzelausstellungen Antony Gormleys. Seitdem werden seine Werke kontinuierlich weltweit ausgestellt und befinden sich heute in zahlreichen Museen und öffentlichen Sammlungen. 1994 erhielt Antony Gormley den renommierten Turner Prize.

 

lm Zentrum des Werkes von Antony Gormley steht die Strategie, den eigenen Körper als Ausgangspunkt der künstlerischen Bildsprache zu wählen: er gerät bei Gormley nicht nur zum Thema seiner Arbeit, sondern ist darüber hinaus Medium, Material und Werkzeug gleichermassen.

 

Zu seinen populärsten Arbeiten gehört der Werkblock der bleiernen body cases (seit Mitte der 80er Jahre), die aus - vom eigenen Körper genommenen - Gussformen zusammengesetzt wurden. 1993 folgt die Arbeit Field, eine aus zehntausenden kleinen, raumbesetzenden Terrakottafigurinen bestehende Installation. Mitte der 90er entsteht der Zyklus der Allotments, stereometrische Betonskulpturen, die im innern - für den Betrachter unsichtbar - das Vakuum des eigenen Körperabdrucks beinhalten.

 

Zahlreiche Skulpturen Antony Gormleys wurden besonders in den 90er Jahren im öffentlichen Raum aufgestellt, darunter die monumentalen Werke Angel of the North in Gateshead (1998) und die 30 m hohe Quantum Cloud am Londoner Ufer der Themse (2000).

Seit Ende der 90er Jahre setzt Antony Gormley seine Skulpturen aus geometrischen Formen zusammen, wobei die Sphäre des Naturwissenschaftlichen eine fruchtbare Verbindung mit der Sphäre der Kunst einzugehen scheint: der menschliche Körper setzt sich in diesen Skulpturen entweder aus einem Geflecht von Eisenstäben, aus molekülartigen Kugeln, kubischen Blöcken oder dünnen Eisenreifen zusammen.

 

»lt is impossible not to reflect on Vitruvian Man, as he is often called, when looking at Gormleys figures. Gormley himself has always been a master of drawing, in both a Beuysian but also Renaissance tradition, and his most classical figures, usually cast in lead from his own body, are often welded together in a way that particulary suggests their having been derived from drawing. We know, however, that is not the case, as indeed with all his life-size sculptures that form the majority of his work, including all the pieces in this exhibition«

(Norman Rosenthal, 2003).

 

Wir freuen uns, die eindringliche Präsenz dieser lebensgroßen Figuren für unsere Ausstellung auch auf den öffentlichen Raum ausdehnen zu können: zwei Werke werden für die Dauer der Ausstellung im Salzburger Mirabellgarten in einen spannenden Dialog mit den topographischen Gegebenheiten und Barockskulpturen dieses Parks treten.